Was ist eine Zollanmeldung?
Sie haben online etwas bestellt, und plötzlich liegt eine Benachrichtigung im Briefkasten: Ihr Paket liegt beim Zoll. Für viele Menschen ist das ein überraschender Moment, der Fragen aufwirft. Was bedeutet das? Was muss ich tun? Und was genau ist eigentlich eine Zollanmeldung?
Diese Situation betrifft immer mehr Menschen. Online-Shopping kennt keine Grenzen, und Bestellungen aus den USA, China oder seit dem Brexit auch aus Großbritannien gehören längst zum Alltag. Doch sobald eine Sendung aus einem Nicht-EU-Land kommt, können Zollformalitäten anfallen.
Dieser Artikel erklärt, was eine Zollanmeldung ist, wann sie nötig wird und was Sie als Privatperson dabei beachten sollten.
Wann braucht man eine Zollanmeldung?
Eine Zollanmeldung wird immer dann erforderlich, wenn Waren aus einem Land außerhalb der Europäischen Union nach Deutschland eingeführt werden. Das betrifft Sendungen aus:
- Nicht-EU-Ländern wie den USA, China, Japan oder der Schweiz
- Großbritannien (seit dem Brexit gilt das Vereinigte Königreich zollrechtlich als Drittland)
- Weiteren Ländern außerhalb des EU-Zollgebiets
Typische Auslöser für eine Zollanmeldung sind:
- Online-Bestellungen bei ausländischen Händlern
- Geschenksendungen von Freunden oder Familie im Ausland
- Waren, die Sie selbst aus dem Urlaub mitbringen (bei höheren Werten)
Innerhalb der EU ist der Warenverkehr für Privatpersonen in der Regel zollfrei. Sobald eine Sendung jedoch die EU-Außengrenze überschreitet, gelten andere Regeln.
Was passiert, wenn mein Paket beim Zoll landet?
Wenn eine Sendung aus einem Nicht-EU-Land in Deutschland ankommt, wird sie vom Zoll erfasst. Je nach Wert und Art der Ware kann es sein, dass Sie aktiv werden müssen.
Der typische Ablauf:
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Benachrichtigung: Sie erhalten einen Brief oder eine Nachricht vom Paketdienst oder vom Zollamt, dass Ihre Sendung zur Abfertigung bereitliegt.
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Entscheidung: Sie haben nun verschiedene Möglichkeiten: die Sendung selbst beim Zoll abholen und die Anmeldung vornehmen, den Paketdienst mit der Verzollung beauftragen (gegen Gebühr) oder in manchen Fällen die Sendung ablehnen.
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Zollanmeldung: Wenn Sie die Anmeldung selbst vornehmen, füllen Sie ein Formular aus, in dem Sie Angaben zur Ware machen. Anschließend werden eventuelle Abgaben berechnet und bezahlt.
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Freigabe: Nach erfolgreicher Anmeldung und Zahlung der Abgaben wird das Paket freigegeben und kann zugestellt oder abgeholt werden.
Welche Angaben werden bei einer Zollanmeldung abgefragt?
Bei einer Zollanmeldung geht es darum, der Zollbehörde mitzuteilen, was in der Sendung enthalten ist und woher sie stammt. Typische Angaben sind:
- Absender: Name und Adresse der Person oder Firma, die die Sendung verschickt hat
- Empfänger: Ihre eigenen Daten als Empfänger in Deutschland
- Wareninhalt: Eine Beschreibung dessen, was sich im Paket befindet (z. B. „Elektronik", „Kleidung", „Bücher")
- Warenwert: Der Kaufpreis oder Wert der Ware, üblicherweise in der Originalwährung
- Herkunftsland: Das Land, in dem die Ware hergestellt wurde
Diese Angaben dienen dazu, die richtigen Zollsätze und Steuern zu ermitteln. Je nach Warenart können unterschiedliche Abgaben anfallen.
Warum empfinden viele Menschen Zollformulare als kompliziert?
Es ist nachvollziehbar, dass viele Menschen vor dem Thema Zoll zurückschrecken. Das hat mehrere Gründe:
Unbekannte Begriffe: Zollformulare enthalten oft Fachbegriffe, die im Alltag nicht vorkommen. Wörter wie „Zolltarifnummer", „Einfuhrumsatzsteuer" oder „Zollwert" können verunsichern.
Unsicherheit über die richtigen Angaben: Viele fragen sich: Was genau soll ich angeben? Was passiert, wenn ich etwas falsch mache? Diese Unsicherheit ist verständlich, besonders wenn man das zum ersten Mal macht.
Angst vor Fehlern: Die Sorge, etwas falsch auszufüllen und dadurch Probleme zu bekommen, hält manche Menschen davon ab, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dabei sind die meisten Fehler korrigierbar.
Die gute Nachricht: Mit etwas Vorbereitung und den richtigen Unterlagen ist eine Zollanmeldung für Privatpersonen gut zu bewältigen.
Welche Möglichkeiten habe ich als Privatperson?
Wenn eine Zollanmeldung erforderlich ist, haben Sie als Privatperson mehrere Optionen:
Selbst ausfüllen: Sie können die Zollanmeldung eigenständig vornehmen. Das geht entweder online über das Internetportal des Zolls oder persönlich bei einer Zollstelle. Bei einzelnen Sendungen ist das oft unkomplizierter als gedacht.
Dienstleister beauftragen: Der Paketdienst bietet häufig an, die Verzollung für Sie zu übernehmen. Dafür wird eine Servicegebühr erhoben, die je nach Anbieter variiert. Auch spezialisierte Zolldienstleister können beauftragt werden.
Hilfsmittel nutzen: Es gibt verschiedene Werkzeuge und Anleitungen, die dabei helfen, die nötigen Informationen zusammenzustellen und sich auf das Ausfüllen des Formulars vorzubereiten.
Welcher Weg der richtige ist, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab: Wie viel Zeit haben Sie? Wie häufig bestellen Sie aus dem Ausland? Wie hoch ist der Warenwert?
Was sollte man vor dem Ausfüllen unbedingt wissen?
Bevor Sie eine Zollanmeldung ausfüllen, gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten:
Ehrliche Angaben machen: Geben Sie den tatsächlichen Wert der Ware an. Falsche Angaben, auch wenn sie unbeabsichtigt sind, können zu Nachforderungen oder anderen Konsequenzen führen. Der Zoll hat Möglichkeiten, Angaben zu überprüfen.
Belege bereithalten: Halten Sie die Rechnung oder Bestellbestätigung bereit. Sie dient als Nachweis für den Warenwert und die Art der Ware. Bei Geschenksendungen sollte eine Erklärung des Absenders über den Wert vorliegen.
Sorgfalt walten lassen: Nehmen Sie sich Zeit beim Ausfüllen. Lesen Sie die Felder aufmerksam durch und füllen Sie sie vollständig aus. Eine sorgfältig ausgefüllte Anmeldung spart Zeit und vermeidet Rückfragen.
Zusammenfassung
Eine Zollanmeldung ist die formelle Mitteilung an den Zoll, dass Waren aus einem Nicht-EU-Land eingeführt werden. Sie enthält Angaben zum Absender, Empfänger, Wareninhalt, Wert und Herkunftsland.
Zollanmeldungen werden immer dann nötig, wenn Pakete aus Ländern außerhalb der EU nach Deutschland kommen, etwa aus den USA, China oder seit dem Brexit auch aus Großbritannien.
Der Prozess mag auf den ersten Blick kompliziert wirken, ist aber für Privatpersonen mit einzelnen Sendungen gut zu bewältigen. Mit den richtigen Unterlagen und etwas Vorbereitung lässt sich das Formular in der Regel ohne größere Schwierigkeiten ausfüllen.
Das Wichtigste: Machen Sie ehrliche Angaben, halten Sie Ihre Belege bereit und nehmen Sie sich die nötige Zeit. Dann ist eine Zollanmeldung kein Grund zur Sorge.